Ein Roadtrip durch das Australien Outback bedeutet wilde Natur, endlose Weiten, rote Erde soweit das Auge reicht und das Gefühl, ganz allein im Nirgendwo zu sein. Für uns ging mit dieser Reise ein großer Traum in Erfüllung: einmal das Herz Australiens auf eigene Faust erkunden, den legendären Uluru sehen und die Einsamkeit des Outbacks hautnah erleben. In diesem Beitrag nehmen wir dich mit auf unsere Route durch das Australien Outback, zeigen dir unsere schönsten Erlebnisse und verraten, welche Highlights du auf keinen Fall verpassen solltest. Außerdem bekommst du jede Menge praktische Tipps, damit dein eigener Roadtrip durch das Outback in Australien genauso unvergesslich wird wie unserer.

Unsere Australien Outback Tour auf einen Blick

  • Gesamtdistanz: ca. 3.200 km
  • Empfohlene Reisedauer: 3 Wochen
  • Route: Darwin – Litchfield Nationalpark – Kakadu Nationalpark – Nitmiluk Nationalpark – Mataranka Bitter Springs – Mataranka Thermal Pools – Daly Waters Pub – Tennant Creek – Devils Marbles – Alice Springs – Ayers Rock – Kata Tjuta – Kings Canyon – Alice Springs
  • Empfohlene Reisezeit: April – Oktober
  • Highlights: Litchfield Nationalpark, Kakadu Nationalpark, Nitmiluk Nationalpark, Mataranka Springs, Devils Marbles, Ayers Rock, Kings Canyon

Ein Outback Australien Roadtrip – aber wo gehts jetzt lang?

Das Australien Outback ist riesig und flächenmäßig etwa 15 mal so groß wie Deutschland. Der Großteil liegt im Northern Territory und in Western Australia. Kleinere Teile befinden sich auch in den Bundesstaaten Queensland, New South Wales und South Australia. Insgesamt nimmt dieses Gebiet etwa drei Viertel von der Gesamtfläche Australiens ein und von den 27 Millionen Einwohnern leben schätzungsweise nur 4-5 % im Outback. Das zeigt, wie unglaublich weitläufig und dünn besiedelt dieses Gebiet ist. Wer also auf faszinierende Wildnis, Abenteuer und Ruhe steht, ist hier genau richtig.

Obwohl die Fläche, die als Outback bezeichnet wird, unfassbar groß ist, sind die Möglichkeiten für einen Roadtrip deutlich begrenzter. Das liegt daran, dass nur wenige Highways durch das Hinterland, in dem vor allem die Aboriginal Communities (australische Ureinwohner) leben, führen. Die Reservate der Ureinwohner sind für Touristen kaum ersichtlich, da sie sich weit abseits der befahrenen Straßen befinden. Einige Routen führen von Süden nach Norden oder von Osten nach Westen und sind wichtige Verbindungsstrecken zwischen den einzelnen Orten. Daneben gibt es einige Offroad-Straßen, auf denen man tagelang fahren kann, ohne wirklich an einem Ort anzukommen.

Eine der wichtigsten Verbindungsstraßen und essenziellsten Versorgungswege für die Menschen ist der Stuart Highway, der von Darwin nach Port Augusta in der Nähe von Adelaide führt und Alice Springs genau in der Mitte passiert. Auch wir waren auf unserer Outback Tour durch Australien häufig auf dem gut ausgebauten Stuart Highway unterwegs. Auf unserer Route von Darwin nach Alice Springs und einem Abstecher zum Uluru erlebten wir wirklich einen spektakulären Roadtrip, der viele Highlights des Outbacks bereithält. Genau auf diese Strecke wollen wir uns heute begeben und dir dazu alle wichtigen Infos an die Hand geben.

Einsame, gerade Straße auf dem Stuart Highway führt durch eine trockene Landschaft mit roter Erde im australischen Outback
Der Stuart Highway gehört zu den wichtigsten Verbindungsstraßen und verläuft gut ausgebaut durch die trockene Landschaft mit dem typischen roten Wüstensand.

Darwin im Norden Australiens – das Tor zum Outback

Wir fliegen von Sydney nach Darwin und als wir den Flughafen verlassen, erleben wir erstmal einen Kulturschock. Noch ganz berauscht von der westlich-geprägten Großstadt, die uns mit der Oper, der Harbour Bridge und den absolut traumhaften Stränden einfach umgehauen hat, finden wir uns auf einmal in einer komplett anderen Welt wieder. Es ist tropisch heiß und Darwin ist anders als die Städte, die wir bisher in Australien gesehen haben. Die Nähe zum Outback ist sofort spürbar und auch die Kultur der Aboriginal People ist deutlich zu erkennen. Die Stadt hat definitiv ihren eigenen Flair und obwohl Darwin am Meer liegt, kann man darin aufgrund des Vorkommens von Salzwasserkrokodilen nicht baden. Dafür gibt es eine einladende Lagune und der Sonnenuntergang am Mindil Beach ist vom Strand aus unglaublich schön.

Darwin hat nicht besonders viele Sehenswürdigkeiten, aber alle Annehmlichkeiten wie Supermärkte, Mietwagenstationen, Flughafen und Hotels. Du kannst deine Australien Outback Tour hier also wunderbar starten oder auch beenden. Für uns ist Darwin der Startpunkt unseres Roadtrips und wir sind voller Aufregung und Vorfreude auf die nächsten Wochen. Wir holen unseren Mietwagen ab und kurz darauf finden wir uns im australischen Linksverkehr wieder. Jetzt kann das Abenteuer beginnen – Outback wir kommen!

Menschen sitzen am Mindil Beach in Darwin und schauen den Sonnenuntergang an
Darwin verabschiedet uns mit einem perfekten Sonnenuntergang am Mindil Beach, bevor wir am nächsten Tag unseren Roadtrip starten.
Mann steht an der geöffneten Fahrertür eines roten Mietwagens auf einem Parkplatz in Darwin
Jetzt kann es losgehen – Outback wir kommen!

Die Nationalparks im Norden Australiens – welcome to the jungle!

Litchfield Nationalpark: Wasserfälle, Naturpools und der perfekte Einstieg ins Outback

Unser erstes Ziel im Outback von Australien ist der Litchfield Nationalpark, der ungefähr 100 Kilometer von Darwin entfernt ist. Wir finden uns mitten im Dschungel Australiens wieder und wissen, hier wimmelt es vor Schlangen, Krokodilen und Spinnen. Im ersten Moment sind wir ein wenig überfordert – überall summt und raschelt es und die ganzen Geräusche und Eindrücke sind einfach überwältigend. Wir spüren bereits hier, wie besonders das Outback ist und unsere Faszination wird mit jeder Minute größer. Der Litchfield Nationalpark ist im Gegensatz zum typischen Outback überhaupt nicht trocken und staubig, hier gibt es tropische Vegetation, imposante Wasserfälle mit natürlichen Badestellen und beeindruckende Termitenhügel. Unsere Highlights im Park sind:

  • Florence Falls: Beliebter Badeplatz mit zwei spektakulären Wasserfällen und einem natürlichen Felsenpool.
  • Wangi Falls: Zwei tolle Wasserfälle, die in ein großes von Regenwald umgebenes Wasserbecken stürzen – viele Wandermöglichkeiten.
  • Buley Rockpole: Mehrere kleine Bäche mit Wasserfällen, durch einen ca 3,5 km langen Wanderweg mit den Florence Falls verbunden.
  • Magnetic Termiten: Die bis zu zwei Meter hohen Hügel sind beeindruckend und wirken teilweise wie Grabsteine.
  • Tolmer Falls: Großer und spektakulärer Wasserfall mit fantastischen Aussichtsplattformen (Baden ist hier strengstens verboten).
  • Lost City und Tjaynera Falls (Sandy Creek): Zwei weitere coole Highlights, die allerdings nur mit einem Allradfahrzeug erreichbar sind.

Hinweis: Informiere dich immer vor Ort, ob das Baden an einem bestimmten Ort erlaubt ist. In einigen Wasserbecken können nämlich teilweise auch Krokodile vorkommen und deswegen solltest du das vorher unbedingt abklären!

Menschen baden in einem natürlichen Wasserbecken unter den Wangi Falls im Litchfield Nationalpark
Die Wangi Falls im Litchfield Nationalpark

Der Litchfield Nationalpark ist der perkete Start für unseren Roadtrip durch Australien auf eigene Faust. Mit dem roten Sand, der so typisch für das australische Outback ist und schon bald unsere Schuhe ziert, fühlen wir uns jetzt auch so richtig angekommen im Outback!

Kakadu Nationalpark: Felsmalereien, Krokodile und spektakuläre Natur

Weiter geht es in den Kakadu Nationalpark, den größten und bekanntesten Nationalpark im ganzen Land. Wir bekommen einen ersten Einblick in die vielfältige und faszinierende Tierwelt Australiens. Neben farbenfrohen Schmetterlingen und gefährlich aussehenden Spinnen ist das laute Zirpen der Grillen ständig präsent, wohin man auch geht. Dazu  passen die Temperaturen, die 40°C gerne mal übersteigen. Aber auch Waldbrände, riesige Trucks, die hier Road Trains genannt werden, Felsmalereien und Palmen sehen wir. Ein Highlight ist sicher die Yellow Water Tour, bei der wir mit einem Boot über den Fluss fahren und zum ersten Mal Krokodile in freier Wildbahn sehen. Und das ganz schön nah! Unsere Must-Sees im Park sind:

  • Ubirr: Faszinierende Stätte uralter Felskunst und ein toller Aussichtspunkt auf dem Rundweg – besonders schön bei Sonnenuntergang.
  • Yellow Water Billabong: Sumpfgebiet mit spektakulärer Tierwelt. Auf einer sehr empfehlenswerten Bootstour kannst du Krokodile, Büffel und unzählige Vogelarten in ihrer natürlichen Umgebung hautnah beobachten.
  • Nourlangie: Beeindruckendes Felsmassiv mit jahrtausendealten Felsmalereien und einem interessanten, schönen Rundweg.
  • Mirrai Lookout: Kurzer, aber steiler Aufstieg zu einem fantastischen Aussichtspunkt.
  • Jim Jim Falls & Twin Falls: Spektakuläre Wasserfälle in atemberaubender Natur. Allerdings nur in der Trockenzeit und mit einem Allradfahrzeug zu erreichen.

Tipp: Buche eine von den Ureinwohnern geführte Tour und lerne die Kunst und Kultur der Aboriginal People besser kennen. Nutze Jabiru, das Versorgungszentrum des Parks, als Zwischenstopp, um deine Vorräte aufzufüllen.

Nitmiluk Nationalpark: Katherine Gorge, Kängurus und Natur pur

Heute fahren wir weiter Richtung Süden und erreichen über Pine Creek das rund 200 Kilometer entfernte Katherine. Der Ort selbst bietet bis auf die Katherine Hot Springs nicht viel Sehenswertes, eignet sich aber perfekt als Zwischenstopp auf dem Stuart Highway oder als Ausgangspunkt für den Nitmiluk Nationalpark.

Wir sind wegen des Nationalparks hier und unsere erste Anlaufstelle ist das Nitmiluk Visitor Centre. Auf dem Parkplatz werden wir von ein paar grasenden Kängurus begrüßt, die offenbar an Menschen gewohnt sind, denn sie scheinen wenig beeindruckt von uns. Dafür sind wir es von ihnen umso mehr!

Frau sitzt in der Hocke auf einem Weg und beobachtet ein Känguru ganz in der Nähe, umgeben von Buschland

Der Nitmiluk Nationalpark ist bekannt für seine spektakuläre Schluchtenlandschaft, die du am besten auf einer Wanderung oder Kanutour erkundest. Hier findest du malerische Wasserfälle, tiefe Schluchten und eine grandiose Natur. Zugang zum Park hast du entweder über das Nitmiluk Visitor Centre an der Katherine Gorge oder von Leliyn bei den Edith Falls. Diese Aktivitäten und Spots solltest du nicht verpassen:

  • Katherine Gorge: Das Herzstück des Parks – imposante Schluchten, die sich durch rote Sandsteinfelsen ziehen. Der sehr empfehlenswerte Barruwei Loop Walk bietet eine fantastische Aussicht auf die Gorge und ist ein absolutes MUSS bei deinem Besuch.
  • Kanu- oder Bootstour: Unvergessliches Erlebnis, um die Gorge aus nächster Nähe zu entdecken.
  • Edith Falls (Leliyn): Wunderschöne Wasserfälle mit großem Naturpool und Bademöglichkeit. Der mittelschwere und 2,6 km lange Leliyn Trail bietet tolle Ausblicke.
Blick vom Aussichtspunkt auf die Katherine Gorge mit Flusslauf zwischen steilen Felswänden im Nitmiluk-Nationalpark
Vom Barruwei Loop Walk eröffnen sich immer wieder großartige Ausblicke auf die Katherine Gorge.
Mann steht an einem Aussichtspunkt über der Katherine Gorge im Nitmiluk-Nationalpark in Australien, umgeben von felsiger Landschaft

Achtung Krokodile: Wie überall im Northern Territory gibt es auch hier Krokodile. Im Nitmiluk Nationalpark meist die für Menschen ungefährlicheren Süßwasserkrokodile, aber gelegentlich auch die sehr gefährlichen Salzwasserkrokodile. Achte deshalb immer auf aktuelle Warnschilder und Hinweise und informiere dich vor Ort, ob das Schwimmen an einer Stelle erlaubt und sicher ist.

Highlights auf dem Weg nach Alice Springs

Nach den eindrucksvollen Nationalparks im Norden führt unser Roadtrip weiter Richtung Süden – hinein ins rote Herz Australiens. Bis nach Alice Springs liegen jetzt noch rund 1.200 Kilometer vor uns und eigentlich hätten wir uns von der Strecke gar nicht so viel erwartet, aber ein Highlight folgt dem nächsten. Allein die Fahrt an sich ist schon ein Abenteuer und diese unglaubliche Weite in einer Landschaft aus trockener Wüste und endlosem Buschland ist einzigartig. Auf dem extrem langen Streckenabschnitt vom Nitmiluk Nationalpark bis nach Alice Springs bietet sich Tennant Creek als Zwischenstopp an und auf dem Weg gibt es auch die ein oder andere Sehenswürdigkeit, die sich wirklich lohnt.

Mataranka Bitter Springs – natürliche Thermalquelle mitten im staubigen Australien Outback

Die Mataranka Bitter Springs im Elsey Nationalpark sind etwas ganz Besonderes! Vor allem in dieser Hitze sind sie eine sehr, sehr willkommene Abwechslung zum roten Sand und zu dem grauen Teer der Straße, der uns heute für viele Kilometer begleitet. Das glasklare Wasser umgeben von tropischer Vegetation und dem satten Grün des Dschungels ist eine einladende Oase während unserer Australien-Outback-Tour. Zwar hat das Wasser über 30 Grad, ist aber trotzdem eine Abkühlung. Fast wie das Paradies auf Erden hier!

Person springt in den klaren Naturpool der Mataranka Bitter Springs im Australien Outback, umgeben von tropischer Vegetation
Die Mataranka Bitter Springs sind die perfekte Abkühlung vor traumhafter Kulisse!

Nur wenige Minuten entfernt liegen die Mataranka Thermal Pools, etwas kleiner, aber ebenso schön und perfekt für eine entspannte Badepause. Beide Quellen sind ein absolutes Muss auf dem Weg nach Süden.

Türkisfarbener Thermalpool der Mataranka Thermal Pools, umgeben von dichter Vegetation und Palmen
Die Mataranka Thermal Pools liegen inmitten tropischer Natur.

Achtung: Wie in vielen Gewässern im Norden Australiens kann es auch hier gelegentlich Krokodile geben. In der Regel werden die Bereiche aber regelmäßig kontrolliert und sobald die Quellen geöffnet sind, gilt das Baden als sicher. Achte dennoch immer auf aktuelle Warnschilder und informiere dich vor Ort, bevor du ins Wasser gehst.

Daly Waters Pub: Kultiger Outback-Stopp mit Geschichte

Der Ort Daly Waters wird schon über hundert Kilometer vorher angekündigt, doch in Wahrheit ist es nur ein Pub mit einer Tankstelle und noch etlichem anderen herumstehenden Gerümpel. Der Pub versprüht dafür aber echtes australisches OutbackFlair. Schon beim Betreten des Pubs wissen wir nicht, wo wir zuerst hinschauen sollen: Geldscheine, Nummernschilder, BHs, und viele andere skurrile Mitbringsel von Besuchern aus allen möglichen Ländern zieren jedes noch so kleine Fleckchen Wand. Auch wir hinterlassen eine deutsche Münze und verewigen uns auf der Bayern-Fahne, die im hinteren Teil des Raumes hängt. Ein Stopp hier gehört auf alle Fälle zu jedem Australien-Outback-Roadtrip dazu.

Devils Marbles – magische Felsformationen im roten Zentrum Australiens

Auch der nächste Halt wird zum absoluten Highlight – die Devils Marbels, auch Karlu Karlu genannt, rauben uns schier den Atem. Leider auch der Hitze wegen, aber in erster Linie, weil diese runden Felsbrocken einfach unglaublich fotogen und beeindruckend sind! Wie eine künstlich angelegte Mondlandschaft sieht das hier aus und als wir auf einige der roten Felsen klettern, zeigt sich uns die unfassbare Weite des australischen Outbacks nochmal aus einer ganz neuen Perspektive. Wow, hier ist einfach echt nichts um uns herum, nur Stille und endlose Landschaft.

Manche der gewaltigen Granitkugeln wiegen mehrere Tonnen und balancieren so perfekt aufeinander, dass man fast glauben könnte, die Schwerkraft würde hier nicht gelten. Wer diesen atemberaubenden Anblick bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang erleben möchte, sollte auf dem nahegelegenen Campingplatz übernachten. Die Devils Marbels sind wirklich außergewöhnlich und solltest du auf keinen Fall verpassen!

Frau steht mit ausgebreiteten Armen auf einer Felsformation bei den Devils Marbles und blickt über die weite Outback-Landschaft
Die Weite im Australien Outback ist unglaublich beeindruckend.

Alice Springs – das Versorgungszentrum im heißen Kern Australiens

Nach gut 2.000 gefahrenen Kilometern durchs Outback erreichen wir heute Alice Springs, die einzige größere Stadt im Zentrum Australiens. Es fühlt sich großartig an, jetzt hier zu sein und als wir vor dem „Welcome to Alice Springs“-Schild stehen, ist das für uns ein ganz besonderer Moment. Nach all den endlosen Straßen und einsamen Landschaften ist diese Ankunft ein echter Meilenstein auf unserem Roadtrip.
Sechs Tage werden wir das Mietauto noch behalten und bis dahin wollen wir den beeindruckenden Ayers Rock, der auch Uluṟu genannt wird, unbedingt gesehen haben. Auf der Karte wirkt die Strecke dorthin gar nicht so weit, doch in Wirklichkeit liegen noch einmal rund 500 Kilometer vor uns. Nach all den Kilometern, die wir bereits hinter uns haben, erscheint das fast lächerlich und trotzdem wird uns hier wieder bewusst, wie gewaltig die Distanzen in Australien wirklich sind.

Person steht mit ausgebreiteten Armen auf dem Willkommensschild von Alice Springs im australischen Outback
Nach über 2.000 gefahrenen Kilometern sind wir endlich am Zwischenziel angelangt – Alice Springs.

Kaum rollen wir auf den Parkplatz unserer Unterkunft in Alice Springs, klopft auf einmal ein Aboriginal-Mann an unser Autofenster und fragt, ob wir ihm etwas aus dem Liquor Store besorgen könnten. Offensichtlich wird ihm dort nichts mehr verkauft und sein Alkoholproblem riechen wir deutlich. Wir lehnen freundlich ab und merken, dass es auch hier soziale Probleme gibt und einige Aboriginals ihre Unzufriedenheit mit Alkohol betäuben.

Alice Springs ist auch das Tor zu einigen der größten Naturwunder Australiens. Von hier starten viele Touren in die MacDonnell Ranges, zum Kings Canyon und natürlich zum Uluru (Ayers Rock). Die Kleinstadt ist reich an Aboriginal-Kultur und du findest hier Supermärkte, Werkstätten und Cafés. Ein kleiner Geheimtipp ist der Anzac Hill Lookout: Von dort hast du einen wunderschönen Panoramablick über Alice Springs und die Umgebung.

Highlights im roten Zentrum Australiens – Uluru, Kata Tjuta & Kings Canyon

Nach zwei entspannten Tagen und mit frisch aufgefüllten Vorräten geht es für uns auch schon weiter in Richtung Uluru. Die Fahrzeit vergeht dabei wie im Flug. Wir hören Musik, singen laut mit und genießen die faszinierende Atmosphäre des Outbacks.

Etwa 150 Kilometer vor der Ankunft am Uluru erblicken wir einen gewaltigen Berg und sind im ersten Moment erstaunt. Ist das etwa der Ayers Rock? Doch schon bald wird uns klar, dieser riesige Fels ist der Mount Conner, der gerne mal mit dem Uluṟu, dem heiligen Berg der Aboriginal People, verwechselt wird.

Uluru (Ayers Rock) – das Herz vom Australien Outback und heiliger Ort der Aboriginal People

Der erste Anblick des Uluru ist unglaublich faszinierend. Wie oft haben wir diesen gewaltigen Felsen schon auf Fotos gesehen und nun stehen wir endlich selbst davor! Wir kommen genau pünktlich zum traumhaften Sonnenuntergang, der den Berg erst in einem sanften Orangeton und später in einem satten Rot erstrahlen lässt. Die Farben verändern sich von Minute zu Minute und wir hätten nie geglaubt, dass dieser einzigartige Fels so eine magische Atmosphäre ausstrahlt.

Zwei Personen stehen eng beieinander vor dem roten Felsen des Uluru im Abendlicht

Wer Sonnenuntergang kann, der kann auch Sonnenaufgang! Also stehen wir am nächsten Tag bereits um vier Uhr morgens auf, um die aufgehende Sonne im Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark zu bewundern. Noch im Dunkeln machen wir uns auf den Weg zum Ayers Rock und da es im Australien Outback kaum künstliches Licht gibt, erwartet uns hier ein Sternenmeer, wie wir es noch nie zuvor gesehen haben! Diesen gigantischen Sternenhimmel solltest du dir bei deiner Outback-Tour durch Australien auf keinen Fall entgehen lassen.

Wir sind die Ersten am Sunrise Point des Ayers Rock und können diese besondere Stimmung zunächst für uns allein genießen. Das ändert sich aber schlagartig, als der erste Bus mit Touristen ankommt. Der Sonnenaufgang und die fantastischen Farben des Uluru sind trotzdem ein tolles Erlebnis.

Tipp: Der empfehlenswerte Uluru Base Walk führt dich auf einer rund 10 Kilometer langen Wanderung einmal um den Felsen herum. Eine kürzere, barrierefreie Variante ist der Mala Walk. Beide Wege bieten faszinierende Einblicke in uralte Felsmalereien und die große spirituelle Bedeutung dieses Ortes.

Wichtig: Den Uluru zu besteigen ist strengstens verboten! Der Berg ist für die Ureinwohner ein heiliger Ort. Um ihre kulturellen Werte zu respektieren und die Natur zu schützen, wurde das Besteigungsverbot eingeführt – und daran sollte man sich unbedingt halten.

Wanderweg aus rotem Sand führt am Fuß des Uluru entlang
Der Uluru Base Walk führt einmal rund um den riesigen Felsen herum.

Kata Tjuta (The Olgas) – faszinierende Felsformationen im Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark

Nicht weit vom Uluru (nein, diesmal wirklich nicht weit, nur etwa 50 Kilometer) entfernt, liegen The Olgas, auch Kata Tjuta genannt, die aufgrund der flachen Landschaft und bei klarer Sicht sehr gut vom Ayers Rock aus zu erkennen sind. Natürlich statten wir auch diesen faszinierenden und hoch aufragenden Felskuppen einen Besuch ab und hier zeigt sich uns ein ganz anderes Bild als am Uluru.

Die 36 beeindruckenden Felsdome bestehen aus rostrot gefärbtem Gestein und wirken aus der Ferne fast surreal. Am Besten erkundest du diesen besonderen Ort bei einer Wanderung. Der empfehlenswerte 7,4 Kilometer lange Valley of the Winds Walk führt dich zwischen den gigantischen Felskuppeln und Schluchten hindurch und bietet immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die Landschaft des Uluru-Kata-Tjuta-Nationalparks. Ebenfalls lohnenswert ist der Walpa Gorge Walk, der mit seinen 2,6 Kilometern eine perfekte, kürzere Alternative darstellt.

Mit müden Beinen und großartigen Erinnerungen im Gepäck, wird es schließlich Zeit, die Rückreise zu unserer Unterkunft nach Yulara anzutreten. Der kleine Ort dient Besuchern des Uluru-Kata-Tjuta-Nationalparks als zentrales Versorgungs- und Übernachtungszentrum. Hier findest du Hotels, Campingplätze, Supermärkte, Tankstelle, Restaurants und Touranbieter.

Kings Canyon Australien: Spektakuläre Schlucht im Watarrka Nationalpark

Etwa 300 Kilometer vom Uluru entfernt gibt es ein weiteres Highlight im roten Zentrum Australiens und so machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zum Kings Canyon, der im Watarrka National Park liegt. Das Wetter ist wie immer super, strahlender Sonnenschein und keine einzige Wolke am Himmel.

Wir gehen den 6 Kilometer langen Kings Canyon Rim Walk, der neben fantastischen Ausblicken auf die unendliche Weite des Outbacks interessante Felsformationen bietet und am Rand der Schlucht verläuft. Als kürzere Variante bietet sich der Kings Creek Walk an, der auf rund 2,5 Kilometern am Fuße des Kings Canyon bis zu einer Aussichtsplattform führt.

Wir könnten noch Stunden hier wandern gehen, wenn wir nicht noch gut 300 Kilometer bis nach Alice Springs vor uns hätten. Heute ist nämlich der letzte Tag unseres Roadtrips und morgen müssen wir unseren Mietwagen abgeben.

Blick auf eine Schlucht mit grüner Vegetation am Kings Canyon im Australien Outback mit einer hohen Felswand dahinter
Der 6km lange Kings Canyon Rim Walk bietet sensationelle Ausblicke und jede Menge Gelegenheit für außergewöhnliche Fotos!

Diese Tour durch das Outback Australiens war ein großes Abenteuer und wirklich eine tolle Erfahrung. Nach über 3.200 gefahrenen Kilometern haben wir so einiges vom mystischen roten Zentrum Australiens gesehen und die vielen Highlights entlang der Strecke waren einzigartig. Vor allem hat uns aber auch die unglaubliche Weite sowie das ganz besondere Flair des Outbacks begeistert und die Erinnerungen werden wir sicher nie vergessen.

Alternativrouten für deine Australien Outback Tour

Das australische Outback ist riesig und es gibt verschiedene Möglichkeiten, um dieses Gebiet im Landesinneren zu entdecken. Als Ausgangspunkt eignen sich vor allem die an der Küste gelegenen Städte Darwin, Broome, Perth, Adelaide und Cairns. Falls du die von uns vorgestellte Route noch erweitern oder abwandeln möchtest, stellen wir dir jetzt drei alternative Routenvorschläge vor.

Routenvorschlag 1: Darwin – Broome – Perth

Diese Route ist eine der spektakulärsten Möglichkeiten, das australische Outback zu erleben. Sie verbindet beeindruckende Landschaften sowie endlose Weiten mit kurzen Abschnitten entlang der Küste, an denen traumhafte Strände auf dich warten.

  • Distanz: ca. 4.000 Kilometer
  • Highlights: Litchfield Nationalpark – Kimberley Region – Gibb River Road – Purnululu Nationalpark – Karijini Nationalpark – Ningaloo Reef – Monkey Mia – Kalbarri Nationalpark – Rottnest Island
  • Empfohlene Reisedauer: mindestens 4 – 6 Wochen

Routenvorschlag 2: Darwin – Cairns

Eine abwechslungsreiche Route durch das tropische Outback im Norden Australiens. Rote Erde, tiefe Schluchten und dichter Regenwald wechseln sich entlang der Strecke ab.

  • Distanz: ca. 3.000 Kilometer
  • Highlights: Litchfield Nationalpark – Kakadu National Park – Nitmiluk National Park – Savannah Way – Lawn Hill Nationalpark – Undara Volcanic Nationalpark – tropische Flüsse, Wasserfälle und Thermalquellen entlang der Strecke
  • Empfohlene Reisedauer: ca. 3-4 Wochen

Routenvorschlag 3: Darwin – Alice Springs – Adelaide

Mitten durch das rote Zentrum Australiens verläuft diese klassische Outback-Route, die den tropischen Norden mit dem Süden verbindet. Unterwegs wechseln sich weite Ebenen, eindrucksvolle Landschaften und weltbekannte Naturwunder ab. Das ultimative Outback Abenteuer.

  • Distanz: ca. 5.500 Kilometer
  • Highlights: Die Highlights bis Alice Springs findest du bereits weiter oben in unserem ausführlichen Roadtrip-Bericht. Danach folgen noch Coober Pedy, Flinders Ranges Nationalpark und Barossa Valley.
  • Empfohlene Reisedauer: mindestens 6 – 8 Wochen.
    Wer genügend Zeit mitbringt, kann die Route von Adelaide aus bis nach Melbourne verlängern und dort Phillip Island besuchen oder die legendäre Great Ocean Road befahren, die zu den schönsten Küstenstraßen der Welt zählt. Dafür sollten zusätzlich etwa drei Wochen eingeplant werden.

Australien Outback Roadtrip: Unsere wichtigsten Tipps und Hinweise

  • Tankstellen immer nutzen: Wo immer es eine Tankstelle gibt, solltest du volltanken. Meistens liegen hundert Kilometer oder mehr zwischen den Tankstellen und nicht jede eingezeichnete Station ist auch tatsächlich geöffnet.
  • Genug Wasser mitnehmen: Auch wenn es unterwegs Tankstellen gibt, an denen du die wichtigsten Dinge kaufen kannst, solltest du immer ausreichend Wasser dabeihaben. Mindestens drei Liter pro Person und Tag und der Vorrat sollte für mehrere Tage reichen. Falls du Wanderungen unternimmst, starte früh und plane die doppelte Menge an Wasser ein. Die Hitze im Outback ist nicht zu unterschätzen.
  • Nachts nicht fahren: Nachts ist die Tierwelt besonders aktiv und das Risiko für Unfälle mit Kängurus, Rindern und Emus steigt deutlich. Vermeide also unbedingt Nachtfahrten zu deiner eigenen Sicherheit und zum Schutz der Tiere.
  • Streckenabschnitte planen: Unterkünfte liegen im Australien Outback oft mehrere hundert Kilometer auseinander. Plane deine Tagesetappen vorab und informiere dich frühzeitig über Übernachtungsmöglichkeiten. Berücksichtige dabei unbedingt auch genügend Zeit für Aktivitäten und Wanderungen.
  • Vorsicht vor Tieren: Wie überall in Australien gibt es auch im Outback giftige und gefährliche Tiere. Hab das im Hinterkopf, bleib aufmerksam und verhalte dich respektvoll. Fasse niemals Spinnen an, mache Schlangen durch Stampfen auf dich aufmerksam und informiere dich aufgrund von Krokodilen immer vor Ort, ob das Baden an einem bestimmten Ort erlaubt ist.
  • Für Offroad-Fahrten ausrüsten: Wer die geteerten Highways verlässt, sollte gut vorbereitet sein. Ein zusätzlicher Benzinkanister, ein Reservereifen und idealerweise ein Satellitentelefon gehören zur Grundausstattung.
  • Buschgruß beachten: Da oft stundenlang keine Autos entgegenkommen, grüßt man sich im Australien Outback mit dem sogenannten Buschgruß. Einfach kurz den Zeigefinger vom Lenkrad heben und freundlich grüßen.
Mehrere Menschen sitzen im Schatten eines Baumes auf einer Wiese im australischen Outback
Im Outback triffst du auch auf die australischen Ureinwohner, die als Aboriginal People bezeichnet werden.
Langer Roadtrain mit mehreren Anhängern steht auf einem Parkplatz im australischen Outback
Roadtrains gehören mit ihrer enormen Länge zu den wichtigsten Transportmitteln.
Blick aus einem Auto auf eine gerade Straße durch die Landschaft des australischen Outbacks
Ein Roadtrip durch das Outback ist einzigartig und voller Abenteuer!

FAQ: Allgemeine Fragen zum Australien Outback

Was versteht man unter dem Outback in Australien?

Das Outback bezeichnet die oft abgelegenen und dünn besiedelten Regionen im Landesinneren Australiens. Es umfasst riesige Flächen aus roter Erde, Buschland, Halbwüste und Wüste. Typische Outback-Regionen sind das Red Centre rund um Alice Springs, die Kimberleys in Western Australia oder die Simpson Desert. Das Outback steht sinnbildlich für Australiens Wildnis, Weite und Abenteuer.

Was muss man im Outback beachten?

Im Outback ist eine umfassende Vorbereitung besonders wichtig. Nimm immer ausreichend Wasser und Treibstoff mit, da Versorgungsmöglichkeiten oft weit auseinanderliegen. Da es häufig keinen Handyempfang gibt, sind Offline-Karten sinnvoll. Prüfe außerdem Wetter und Straßenzustand vorab, da manche Routen nach Regen unpassierbar sein können. Eine Notfallausrüstung sollte ebenfalls immer im Fahrzeug sein.

Wann ist die beste Reisezeit für das Outback?

Die beste Reisezeit für das Australien Outback ist von Mai bis September, also im australischen Winter. In dieser Zeit ist der Niederschlag gering und das Klima angenehm, mit warmen Tagen und kühlen Nächten. In den Sommermonaten von November bis März können extreme Hitze und Überschwemmungen das Reisen deutlich erschweren.

Ist das Reisen im Outback gefährlich?

Eine Reise ins Outback ist nicht grundsätzlich gefährlich, erfordert aber Planung und Respekt vor den Gegebenheiten. Gefahren entstehen vor allem durch die große Hitze, lange Strecken ohne Infrastruktur und mögliche Fahrzeugpannen fernab der Zivilisation. Auch Tiere wie Schlangen, Krokodile oder Spinnen können eine Rolle spielen, sind aber bei richtigem Verhalten selten ein Problem. Wer gut vorbereitet ist und umsichtig handelt, kann das Outback sicher bereisen.

FAQ: Roadtrip & Highlights im Australien Outback

Welche Highlights und Sehenswürdigkeiten sollte man im australischen Outback gesehen haben?

Zu den bekanntesten Orten im Outback zählen der Uluru, das wohl berühmteste Wahrzeichen Australiens, sowie das nahegelegene Kata Tjuta. Der Kings Canyon beeindruckt mit spektakulären Felswänden. Weitere Highlights sind der Kakadu Nationalpark, die Flinders Ranges, die Gibb River Road in Western Australia und der ungewöhnliche Ort Coober Pedy, wo viele Menschen unterirdisch wohnen. Diese Orte zeigen die Vielfalt und Schönheit des Outbacks.

Auf eigene Faust oder mit einer geführten Tour durch das Australien Outback?

Beides ist möglich und hat seine Vorteile. Wer selbst fährt, genießt maximale Freiheit und kann individuell reisen. Das setzt jedoch Erfahrung, Planung und ein zuverlässiges Fahrzeug voraus. Geführte Touren bieten Komfort, Sicherheit und oft spannende Hintergrundinfos durch lokale Guides. Sie sind besonders für Einsteiger oder Reisende ohne Roadtrip-Erfahrung eine gute Option.

Warst du schon einmal im Australien Outback? Welche Route oder welches Highlight würdest du unbedingt weiterempfehlen? Erzähl uns gern in den Kommentaren! 🙂

Aktualisiert am 11.02.2026

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