Mit dem Camper durch Neuseeland ist der Traum vieler Reisenden. Während unserer Work & Travel-Reise durch Australien und Neuseeland haben wir uns diesen Traum erfüllt. Mit viel Glück und einigen Zufällen haben wir last minute unseren süßen Kiwi-Camper angemietet, mit dem es vier Wochen lang über Neuseelands Nord- und Südinsel ging. Hier verraten wir dir unsere besten Tipps zum Wildcampen in Neuseeland, was du beachten musst und wie du die schönsten Plätze findest!

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Ist Wildcampen in Neuseeland erlaubt?
In den letzten Jahren hat sich einiges verändert, was das Wild Camping in Neuseeland betrifft. An vielen Orten ist es leider wegen rücksichtslosem Verhalten einiger Touristen verboten worden, wild zu campen. Doch an öffentlichen Plätzen, wo es nicht verboten ist, ist das Wildcampen in Neuseeland geduldet bzw. erlaubt.
Das heißt: Wenn du einen Platz siehst, der dir gefällt, dann suche zuerst nach einem Schild. Wenn du ein Zeichen siehst, das Camping verbietet, dann halte dich bitte auch daran und suche dir einen anderen Platz! Denn es gibt sicher noch andere schöne Spots in der Nähe – und mit der Gefahr im Nacken, von der Polizei überrascht zu werden, schläft es sich auch nicht so gut. Und Strafen für verbotenes Wildcampen in Neuseeland liegen im hohen dreistelligen Bereich!
Wichtige Voraussetzungen für erlaubtes Wild Camping:
- Kein Schild vor Ort, das Wildcampen verbietet
- „Self Containment“-Zertifikat, das sich im Fahrzeug befindet.
- „Self Contained“-Sticker an der rechten unteren Ecke des Heckfensters
- Beachten von Einschränkungen: An manchen Spots gibt es Vorschriften bezüglich der Dauer, des Zeitraums oder der Wochentage, an denen du den Spot nutzen darfst. Beispielsweise siehst du häufig den Hinweis, dass du nicht mehr als 3 Tage am Stück/ im Kalendermonat an dieser Stelle campen darfst.
Info: Als self-contained gelten übrigens die Camper, die über eine Toilette sowie eine Dusche verfügen. Das heißt, wenn du im Auto oder im Zelt schlafen möchtest, dann solltest du dir lieber einen Campingplatz suchen.
Tipp: Wenn du einen Campervan oder ein Wohnmobil mietest, setze am besten schon bei der Online-Suche den Filter „self contained“. So werden dir Fahrzeuge angezeigt, die sich zum Wildcampen eignen.
Wildcampen in Neuseeland – unsere Erfahrungen
Wir persönlich haben jede zweite Nacht auf einem Campingplatz verbracht und die restliche Zeit frei gestanden. Vor allem wenn du Abwasser entsorgen musst, Stromanschluss brauchst oder eine Waschmaschine brauchst, sind auch Campingplätze in Neuseeland eine gute Lösung. Außerdem können wir dir nach reichlich Campingerfahrung in Kanada und Europa bestätigen, dass Neuseeland mit Abstand die schönsten und am besten ausgestattete Campingplätze weltweit hat!
Tipp: Manchmal sind wir auch früh am Morgen aufgestanden und sind an einen schönen Platz direkt am Meer gefahren, um dort unser Frühstück ganz in Ruhe zu genießen. So haben wir die Annehmlichkeiten des Campingplatzes mit der Freiheit von Freedom-Campsites verbunden.

→ Die ideale Reiseroute durch Neuseeland: Unsere Tipps & Erfahrungen für deine Route in 4 Wochen
Vorteile von Wildcampen
Für uns als Naturliebhaber überwiegen klar die Vorteile beim Wildcampen.
- Geld sparen: Campingurlaub gehört schon lange nicht mehr zu den Low-Budget-Reisealternativen. Die Camper und auch Campingplätze sind immer besser ausgestattet, was sich leider auch im Preis bemerkbar macht. Übernachtest du mit deinem Wohnmobil auf kostenlosen Wildcamping-Flächen, sparst du dir eine Menge Geld. Aber Achtung: Nur dort, wo es erlaubt ist! Sonst bezahlst du hohe Strafen und dann bist du weit entfernt von Geld sparen 😉
- Mehr Platz: Häufig sind die Wildcamping-Areas nicht sehr voll, sodass du immer jede Menge Platz um dich herum hast und gleichzeitig die Ruhe genießen kannst. Das ist das, was für uns ein richtiges Campingerlebnis ausmacht.
- Besondere Lage: Außerdem ist die Lage der kostenlosen Spots oft unübertrefflich! Ob direkt am Meer, an einem schönen See oder mit dem besten Sonnenuntergang vor deiner Nase – da können Campingplätze oft nicht mithalten!
Mit unseren Tipps wird dein Camping-Abenteuer in Neuseeland bestimmt zum Highlight!

Die Nachteile
Der Nachteil an der ganzen Sache liegt natürlich klar auf der Hand: Du bezahlst nichts, also bekommst du im Gegenzug auch nichts. Zumindest keine Sanitäranlagen wie Toilette und Dusche, keine Küche, keine Laundry, keine Mülleimer und keinen Strom. Und alles, was damit zusammenhängt. Das sollte dir bewusst sein, wenn du dich auf das Abenteuer Wildcamping einlässt.
Für uns haben jedoch die Vorteile klar überwogen, weshalb wir es geliebt haben, an diesen Spots unser Nachtlager aufzuschlagen. Wir möchten dich aber ausdrücklich darauf hinweisen, dass dies natürlich zur Folge hat, dass du jedes Taschentuch und jeden Brotkrümel wieder mitnehmen musst! Verantwortungsvolles Campen ist hier das Stichwort.
Verantwortungsvolles Campen
Wildcampen in Neuseeland bleibt nur so lange schön, wie sich jeder an die Regeln hält. Denn der tollste Spot kann durch unüberlegtes Handeln schnell seine Schönheit verlieren. Deshalb solltest du immer nach dem Motto „leave nothing but footprints, take nothing but memories“ campen. Denn schließlich möchte auch die Person nach dir den Ort so vorfinden wie du. Und das bedeutet eben, dass du deinen Müll wieder mitnehmen und ordentlich entsorgen solltest! Denn sonst werden diese schönen Spots, die wir dir hier zeigen, vermutlich schneller geschlossen, als wir uns alle vorstellen können.
Denn weil das Campen und die unkomplizierte Art des Reisens immer beliebter werden, steigt leider auch die Zahl der unvernünftigen Menschen, die keine Rücksicht auf Anwohner oder die Natur nehmen. Und daher ist es wohl mehr als verständlich, dass die neuseeländische Polizei und die Regierung verstärkt Kontrollen durchführen müssen. Das heißt für dich:
- Nimm deinen Müll wieder mit und hinterlasse absolut keine Spuren deiner Anwesenheit.
- Sei rücksichtsvoll anderen Campern gegenüber: Parke an beliebten Spots so, dass auch andere genügend Platz für ihr Wohnmobil haben. Außerdem solltest du dich an Grundlegen wie Nachtruhe, Vermeiden von Lärm und Umgang mit Kindern bzw. Hunden halten.
- Schmutzwasser aus dem Camper nur an dafür vorgesehenen Stellen entsorgen! Entleere deine Toilette, Dusche oder anderes Abwasser niemals einfach so in der Natur.
- Nicht auf Stellflächen stehen, die im Privatbesitz sind. Achte darauf, dass dein ausgewählter Stellplatz keiner Privatperson gehört. Das erkennst du am besten an Zäunen oder Schildern.
- Achtung bei Lagerfeuer: Informiere dich in den i-SITES, ob du ein Feuer machen darfst. In jedem Fall musst du dieses immer unter Kontrolle haben und vor dem Verlassen der Wild Camping Fläche löschen.



Alternative zum Wildcampen
Eine Alternative zum Wildcampen in Neuseeland sind die DOC Stellplätze. Wenn du keinen Wildcampingplatz findest oder ein paar mehr Annehmlichkeiten haben möchtest, kannst du auch auf die vom Department of Conservation verwalteten Campingplätze zurückgreifen. Die Campgrounds sind in verschiedene Kategorien unterteilt und reichen von voll ausgestatteten Plätzen mit heißen Duschen und Küchen bis zu rustikalen Campgrounds ohne fließend Wasser. Die einfach gehaltenen Stellplätze geben dir das Gefühl von Wildcamping und kosten außerdem meist nur wenige Dollar.
Es gibt auch einen DOC Campsite Pass, den du für 365 Tage kaufen kannst. Damit hast du Zugang zu allen DOC Campgrounds. Achtung: Dein Stellplatz ist damit nicht vorgebucht, das musst du ggf. extra machen. Ob sich der DOC Campsite Pass für dich lohnt, kommt darauf an, wie häufig du die DOC Campingplätze nutzen und wie oft du wildcampen möchtest. Aktuell kostet der Pass NZ $295 pro Erwachsenem. Jede Person benötigt einen Pass, es reicht nicht ein Pass pro Fahrzeug. Auf der Seite von DOC erfährst du mehr zu diesem Thema.
Unsere Top 5 der schönsten Plätze für Wildcampen in Neuseeland
So findest du die schönsten Stellplätze zum Wildcampen in Neuseeland: Durch einen Tipp von Bekannten sind wir auf die App „CamperMate“ aufmerksam geworden. Darin haben wir alle diese Orte gefunden, die wir dir hier beschreiben. Außerdem gibt es in der App eine Übersicht zu öffentlichen Dumpstations, Frischwasserstationen oder Tankstellen. Also eigentlich alles, was das Camperherz begehrt! Wir fanden die App super hilfreich!
Hinweis: Wir haben diese Orte selbst besucht und wie beschrieben vorgefunden, geben allerdings keine Garantie dafür, dass sie aktuell noch geöffnet beziehungsweise zum Overnight Campen erlaubt sind. Informiere dich vor deinem Besuch über aktuelle Gegebenheiten und schreib uns Änderungen gern in die Kommentare! 🙂

Wildcamping Spots auf der Nordinsel
Evans Bay Marina, Wellington
Dieser Spot räumt mit Sicherheit fünf Sterne ab, wenn es um Zweckmäßigkeit geht. Denn obwohl es sich nur um einen Parkplatz am Hafen handelt, steht die Evans Bay Marina in Wellington weit oben auf unserer Liste. Es gibt sogar eine Toilette mit Waschbecken, die du benutzen kannst. Außerdem liegt dieser Spot nur wenige Minuten vom Fährhafen entfernt. Super, wenn du nachts von der Südinsel kommst bzw. frühmorgens deine Fähre nicht verpassen willst. Wir haben gleich zweimal hier übernachtet, nämlich als wir zur Südinsel aufgebrochen und von dort wieder gekommen sind.
Yachthafen, Taupo
Der Yachthafen in Taupo ist ein wunderschöner Spot direkt am See. Vor dem Schlafengehen springen wir noch mal ins kühle Wasser und genießen dann die Ruhe um uns herum. Für uns ist es ein perfekter Ort nach einem actionreichen Tag, welchen wir bei einer Raftingtour verbracht haben. Wir machen die Lichter im Camper aus, ziehen die Vorhänge zu und fühlen uns so richtig heimisch in unseren „vier Wänden“. Auf der linken Seite des Sees sehen wir die glitzernden Lichter von Taupo. Na, wenn das mal nicht schön aussieht!

Wildcamping Spots auf Neuseelands Südinsel
Meatworks, Kaikoura
Einige Kilometer vor Kaikoura (von Norden kommend) entdecken wir diesen wunderschönen Spot zum Campen. Eigentlich sind wir uns gar nicht sicher, ob wir überhaupt am richtigen Platz sind, den wir anfahren wollten. Ein ungeteerter Weg führt links vom Highway zu dem Spot, an dem nur wenige andere Camper stehen. Kurz davor haben wir noch unzählige Seerobben an den großen Steinen entlang der Küste gesehen.

Hier haben wir unglaublich viel Fläche für uns, wir stehen direkt am Meer und um uns herum ist nur das Rauschen des Wassers zu hören. Dazu ein leckeres BBQ und der Abend ist perfekt!



Entdecke alle unsere Highlights auf der Südinsel in diesem Beitrag.
Jellyman’s Park, Greymouth
Auch dieser Spot war nicht ganz einfach zu finden. Aber nach ein paar Mal Verfahren war uns nach Ausschlussprinzip klar, welcher Platz der richtige ist. Während es draußen mit dem aufziehenden Wind ungemütlicher wird, machen wir es uns im Campervan gemütlich. Doch schon bald müssen wir unser Abendessen für den wohl schönsten Sonnenuntergang aller Zeiten unterbrechen. Wow, der Himmel verändert alle paar Sekunden seine Farbe und das Rot wird immer intensiver. So etwas haben wir noch nie gesehen!


Die Nacht war dann aber die mit Abstand unruhigste Nacht überhaupt … Der Wind ist so stark, dass der ganze Camper wackelt und sogar Krissi, die eigentlich schläft wie ein Stein, davon aufgewacht ist. Michi hatte außerdem mit seinen unzähligen Sandfly-Bissen zu kämpfen. Trotzdem können wir diesen Spot nur empfehlen, auch wenn es für uns etwas unruhig war. 🙂



Lake Pukaki Reserve, Mount Cook
Ein wunderschöner Spot direkt am See mit Aussicht auf den Mount Cook, was will man eigentlich mehr? Und das Beste: keine Sandflies weit und breit! Der Spot befindet sich am südlichen Ende des Lake Pukaki und bietet unglaublich viel Platz zum Campen. Es ist etwas hügelig, aber es gibt auch Plätze direkt am Wasser. Bei klarem Wetter siehst du den höchsten Berg Neuseelands, den Mount Cook, genau vor dir, was ein einmaliger Anblick ist. Wir können kaum fassen, dass dieser Spot echt kostenlos ist! Nach Sonnenuntergang sehen wir einen unfassbar schönen Sternenhimmel, sodass wir die Klappe unseres Campers öffnen und einige Zeit einfach daliegen und die glitzernden Sterne beobachten. Wow!

FAQ zum Wildcampen Neuseeland
Neuseeland ist ein ideales Land für Camper. Du findest hier die mit Abstand am besten ausgestattete Campingplätze weltweit, die sogar Küchen, Aufenthaltsräume und Spielbereiche haben. Auch die Straßen sind weitgehend auch mit größeren Wohnmobilen gut befahrbar und du kannst häufig direkt in der schönsten Natur campen.
Wildcamping in Neuseeland ist kostenlos, wenn du dafür passende Spots findest. Wir haben die schönsten Plätze zum Wildcampen immer in der App CamperMate gefunden, die auf unserer Reise sehr hilfreich war. Achte darauf, dass du nur an erlaubten Plätzen wild campst, sonst erwarten dich sehr hohe Strafen.
In Neuseeland darfst du grundsätzlich auch im Auto campen. In diesem Fall bist du aber auf Campingplätze angewiesen, denn du benötigst Sanitäranlagen, Wasser und Strom. Das Wildcampen mit einem Auto ist in Neuseeland verboten, denn Fahrzeuge benötigen dazu den „self contained“ Aufkleber und müssen über eine Dusche sowie Toilette verfügen.
In Neuseeland kannst du sowohl auf der Nordinsel als auch auf der Südinsel frei campen, wenn du einige Regeln beachtest. Dein Fahrzeug benötigt einen „self contained“ Aufkleber auf der Heckscheibe sowie das entsprechende Zertifikat im Auto. Außerdem darfst du keinen Müll hinterlassen und nirgends campen, wo es durch Schilder verboten wird.
Wie stehst du zum Thema Wildcampen? Und welche Erfahrungen hast du damit bereits gemacht? Teile es gerne in den Kommentaren!
Aktualisiert am 08.01.2026


